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Beruf: Journalist

10. April 2008

Zeitungssterben in NRW?

„Besser wird es nicht“ — so lautet das ernüchternde Fazit von Frank Biermann in seinem Beitrag über den Zeitungsmarkt in Nordrhein-Westfalen, erschienen in der aktuellen Ausgabe des „Journalistik Journals“. Ein dramatisches Zeitungssterben in NRW sieht unser Autor zwar nicht kommen. Umso besorgter weist er jedoch darauf hin, dass die Zahl der Ein-Zeitungs-Kreise, in denen der […]

31. März 2008

Blackbox freier Journalismus

Editorial

Von Horst Pöttker

poettker_web1.jpgEin Beruf, das sei jene Spezialisierung und Kombination von Leistungen einer Person, die ihr eine kontinuierliche Erwerbschance bieten, so Max Webers berühmte Definition. Seitdem Journalismus zu einem Beruf geworden ist, erwarten Journalisten, mit ihrer Tätigkeit ein Auskommen zu finden. Ihre Gewerkschaften haben sich erfolgreich dafür eingesetzt, dass das bei Festanstellung gesichert ist. Als freier Beruf dagegen ist Journalismus seit jeher verbunden mit besonderen Risiken wie schwankender Auftragslage, Krankheit und Alter, aber auch mit besonderen Verdienstmöglichkeiten. Freie Journalisten mit überragenden Fähigkeiten wie Heinrich Heine oder Joseph Roth haben zeitweilig von fürstlichen Honoraren ein Luxusleben geführt, dann aber auch wieder am Hungertuch genagt.

31. März 2008

Fokus: Beruf: Journalist

Zum gegenwärtigen Stand der Journalismusforschung

Von Johannes Raabe

raabe.jpg Der Journalistenberuf bildet einen zentralen Bestandteil des Objektbereichs der Journalismusforschung. Wollte man das Verhältnis der Forschung zu diesem speziellen Gegenstand schön zeichnen, müsste man nur kurz und knapp – und völlig korrekt – herausstellen: Die empirische Journalismusforschung der jungen Publizistik- und Kommunikationswissenschaft startete in den 1950er Jahren mit Berufsstudien. Allein für die Zeit von 1945 bis 1990 hat Frank Böckelmann in seiner großen Forschungssynopse über 700 Studien aufgelistet, die sich mit dem Thema „Journalismus als Beruf“ beschäftigen. Und in jüngerer Zeit sind wieder verstärkt Untersuchungen zu beobachten, die sich mit Veränderungen des Journalistenberufs auseinandersetzen. Ein genauerer Blick auf die Entwicklung der Forschung aber zeigt, dass dieses Verhältnis längst nicht so unproblematisch ist, wie es zunächst den Anschein haben mag. Dafür gibt es mehrere Gründe.

31. März 2008

Schneller, vielfältiger, anspruchsvoller

Journalisten von morgen — wer sind sie, was machen sie?

Von Sylvia Egli von Matt

eglivonmatt.jpg Wer informiert uns morgen, wer macht in Zukunft unsere Medien? Sind es nach wie vor professionelle Journalisten? Übernehmen Blogger diese Rolle? Oder informieren wir uns – als so genannte Bürgerjournalisten – alle gegenseitig? Gespräche mit Chefredakteuren, Verlegern und Journalisten sowie Ausbildern in Europa und den USA lassen vermuten: Journalisten braucht es auch in Zukunft. Die journalis­tische Arbeit wird sich zwar verändern und neue Funktionen werden entstehen. Doch die Kernaufgaben – kritisches Denken, kreatives Erzählen, gutes Schreiben – bleiben zentral oder gewinnen sogar noch an Bedeutung.

31. März 2008

Bürgerreporter: Ergänzung mit vielfältigem Potenzial

Übernehmen Laien die Redaktionen?

Von Philomen Schönhagen

schonhagen.jpg Bürgerjournalismus ist derzeit in aller Munde. Manche sehen darin eine Revolution, andere eine Bedrohung oder gar einen Ersatz für den professionellen Journalismus. Doch worum genau handelt es sich? Und welche Erkenntnisse liegen vor, die über Spekulationen hinausgehen? Zu beachten ist, dass der Begriff „Bürgerjournalismus“ – auch Grassroots oder Civic journalism genannt – auf unterschiedliche Phänomene angewandt wird.

31. März 2008

Die unbekannten Medienmacher

Über freie Journalisten liegen kaum Daten vor

Von Miriam Bunjes

Sophie Bertram* hat gerade ihre Unterlagen zum Steuerberater gebracht. 45.000 Euro hat ihr das vergangene Jahr eingebracht – dieses Jahr wird es wohl noch mehr. „Die Redakteure in meiner Redaktion verdienen weniger“, sagt die 29-Jährige.

Seit fast einem Jahr arbeitet sie jetzt in der Redaktion der „Tagesschau“. Als Freie. Mit 120 Tagen „Prognose“ – wie es beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk heißt. Sie darf also an 120 Tagen im Jahr arbeiten und dann so viele Beiträge machen, wie sie in diesem Zeitrahmen realisieren kann. Weil sie hart arbeitet, sind das viele. „Und ich kann natürlich auch noch woanders was absetzen“, sagt sie. Mal bei den heiß begehrten „Tagesthemen“, mal sonst irgendwo im WDR – man kennt sich ja jetzt. „Es gibt mehr Arbeit, als ich machen kann“, sagt Sophie Bertram. „Manchmal muss ich mich selber bremsen, damit ich auch mal entspanne.“

31. März 2008

Können, Köpfchen oder Körper?

Zu den Karrierechancen von Journalistinnen

Von Tina Groll

groll.jpg Die „neue F-Klasse“ (Thea Dorn) hat die Medien längst erobert: Die Karrierefrauen im Journalismus heißen Anne Will, Maybrit Illner oder Sandra Maischberger. Sie sind schön, sie haben Charisma, sie spielen in der ersten Liga – sie sind Vorbilder. Klare Sache: Die Karriere und die Zukunft sind weiblich.

Reihenweise scharrt eine junge, willige Generation von Alpha-Mädchen mit den Hufen, die in Pumps und Stiefeletten stecken. Die Haare haben sie zum Pferdeschwanz zusammengebunden, aber die Stutenbissigkeit noch nicht ganz abgelegt – los geht das Karriereschmieden. Die „Männerdämmerung“, von der Frank Schirrmacher vor einiger Zeit sprach, hat ja längst begonnen. In Deutschland macht der Frauenanteil im Journalismus 37 Prozent aus, in Österreich liegt er bei 42 Prozent. Doch bislang sind nur wenige Frauen in den Führungspositionen der Medien. In Deutschland und Österreich werden nur rund zwanzig Prozent der Top-Jobs im Journalismus von Frauen besetzt – oft sind sie „nur“ die Stellvertreterinnen eines männlichen Chefs.

31. März 2008

Wider den Journalismus der Unterhosen

Ö1-Redakteur Rainer Rosenberg über Qualitätsberichterstattung in den Zeiten der Medienkonvergenz. Ein Interview.

31. März 2008

Die Persönlichkeit der Zeitungsleser

Neue Erkenntnisse zur Mediennutzung von Jugendlichen

Von Karola Graf-Szczuka

graf-szczuka.jpg Web’n’Walk, Instant Messenger, Video on Demand – angesichts der unzähligen technischen Möglichkeiten, die einen schnellen und flexiblen Informationszugriff erlauben, erscheint die Zeitung wie ein Relikt aus alten Tagen. Auf die befürchteten Leserverluste haben die Zeitungsmacher daher längst reagiert: farbige Bebilderung, Tab­loid-Formate und zahlreiche Angebote speziell für die junge Zielgruppe sollen neue Leser locken und Stammleser binden (vgl. u. a. die „Frankfurter Rundschau“).

31. März 2008

Eher unbekannt als anerkannt

Empirische Studie zum Einfluss des Deutschen Presserats

Von Ingo Fischer

fischer.jpg Wie bekannt und einflussreich der Deutsche Presserat ist, darüber konnte bislang nur spekuliert werden – empirische Untersuchungen fehlten. Im Rahmen der Dortmunder Diplomarbeit „Hüter der Moral – Warum Journalisten den Pressekodex nicht kennen, aber ein Berufs­ethos brauchen“ wurden nun erstmals Journalisten darüber befragt, was ihnen der Presserat und der von ihm aufgestellte Pressekodex bedeuten. Die Probanden gaben auch an, was sie von einer publizistischen Selbstkontrolle erwarten. Die Ergebnisse der Studie dürften die Bonner Medienwächter alarmieren.