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Journalistik — Eine Wissenschaft für sich

15. Oktober 2005

Journalistik als Motor des Berufs

Editorial

Vorn Horst Pöttker

poettker_web1.jpgDas „Journalistik Journal“ ist kein „penny paper“, das sich auf beliebige Fakten beschränkt, um niemanden abzuschrecken. Es verfolgt das Konzept, den Journalistenberuf an den Diskussionen und Erkenntnissen der Wissenschaft Journalistik teilhaben zu lassen. Dieses Konzept ist ein Ausdruck der Vorstellungen, die wir uns im Institut für Journalistik der Universität Dortmund von Aufgabe und Wesen unserer Wissenschaft machen. Journalistik, wie wir sie verstehen, unterstützt die Journalisten wie die Pädagogik die Lehrer oder die Medizin die Ärzte: indem sie fragt, wie sie die Aufgabe ihres Berufs – in diesem Fall das Herstellen von Öffentlichkeit – noch besser erfüllen können, und indem sie dazu logisch und empirisch begründete Vorschläge macht.

15. Oktober 2005

Gegen die Ideologie vom „Begabungsberuf“

Zehn Thesen zur Perspektive der Journalistik

Von Horst Pöttker

Foto: Stefan SchwenkeThese 1: Journalismus ist aus dem Prozess der funktionalen Differenzierung hervorgegangen, der immer mehr Berufe und Institutionen entstehen lässt, die sich auf eine Aufgabe spezialisieren. Ärzte und Kliniken sind für das Heilen von Krankheiten da, Lehrer und Schulen für das Unterrichten von Kindern, Journalisten und Medien für das Überwinden räumlicher und sozialer Barrieren der gesellschaftlichen Kommunikation durch das Herstellen von Öffentlichkeit, um belastende Folgen der funktionalen Differenzierung (soziale Parzellierung, Borniertheit der Individuen) zu kompensieren. Charakteristisch für den Modernisierungsprozess ist das Streben aller Berufe und Institutionen, für das Handeln ihrer Mitglieder besondere Regeln herauszubilden und verbindlich zu machen. Das Autonomiestreben wie die funktionale Differenzierung selbst werden angetrieben vom Ziel der Effizienzsteigerung. Wenn sich die Angehörigen eines Berufs oder einer Institution von anderen Interessen ablenken ließen, wäre eine Vernachlässigung ihrer besonderen Aufgabe zu befürchten. Um die Aufgabe Öffentlichkeit optimal erfüllen zu können, brauchen Journalisten professionelle Unabhängigkeit.

15. Oktober 2005

Richard Wredes Schule — das ausgeschlagene Erbe

Wissenschaftliche Journalistenausbildung um 1900

Von Daniel Müller

Als illegitim und verwaist kann heute die erste Einrichtung zur hochschulgebundenen Journalistenausbildung in Deutschland gelten. 1899 wurde sie von Richard Wrede in Berlin gegründet wurde – mehrere Jahre, bevor Joseph Pulitzer das Geld für die Columbia School of Journalism stiftete. Trotz mancher wegweisenden Ansätze wird Wredes Erbmasse jedoch von den wissenschaftlichen Nachfahren in Dortmund und anderswo bisher ausgeschlagen.

15. Oktober 2005

Studium nach dem Krieg: Lernen mit alten Büchern

Vier Generationen prägten die Journalistenausbildung

Von Hans Bohrmann

Die langsame Entwicklung der kommunikationswissenschaftlichen Disziplinen begann an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert, als die Presse (Zeitungen und Zeitschriften) hoch in Blüte standen, der Film bereits über die Jahrmarktattraktion hinaus zu wachsen suchte; später kamen Rundfunk und Fernsehen etc. hinzu.

15. Oktober 2005

Belebung in der rot-weiß-roten Wüste

Österreichs Sonderweg in der Journalistenausbildung

Von Andreas Aichinger

Foto: Heindl/Donau-Universität KremsÖsterreich ist ein kleines Land mit großen Besonderheiten im journalistischen und medialen Gefüge. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit seien nur der erstaunlich hohe Grad der Medienkonzentration, der allzu späte Start von terrestrisch empfangbaren TV-Alternativen zum öffentlich-rechtlichen ORF sowie der doch sehr überschaubare Arbeitsmarkt genannt. Und dann wäre da noch das Thema Journalistenausbildung, das sich doch deutlich anders darstellt als in Deutschland. Erstaunlich, aber wahr: Echte akademische Journalistenausbildung war in Österreich noch bis vor wenigen Jahren ein Fremdwort.

15. Oktober 2005

„Volo werden“ — eine Bestandsaufnahme

Zur beruflichen Sozialisation von jungen Journalisten

Von Annika Lante

Die Regeln des Handwerks beherrscht jeder Berufseinsteiger schon vor seinem ersten Tag im Volontariat: Das Wichtigste zuerst, alle W-Fragen beantworten und eine knackige Überschrift finden. Doch was macht dann das Volontariat aus?