Mode und Motoren: Tendenzen im Magazinjournalismus
Special-Interest-Journalismus und seine Grenzen
Editorial
Vorn Horst Pöttker
Modezeitschriften sind fast so alt wie der Journalismus selbst. Schon Ende des 18. Jahrhunderts erlebten sie nicht nur in Paris und London eine Blütezeit, sondern auch in der deutschen Provinz, wo das „Journal des Luxus und der Moden“ und das „Magazin des neuesten Geschmacks“ Frauen aus dem aufstrebenden Bürgertum nicht nur einen zeitgemäßen Lebensstil, sondern auch politische Informationen zu vermitteln suchten, um ihre Mündigkeit zu fördern.
Zwischen Leserinteresse und ökonomischem Kalkül
Über das besondere Umfeld des Zeitschriftenjournalismus
Von Tilo Treede und Edigna Menhard
Glitzer und Glamour, Fakten und Faszination, Information und Unterhaltung – das haben die meisten vor Augen, wenn sie an Zeitschriften denken. Die Welt der Zeitschriften übt auf fast jeden eine außergewöhnliche Faszination aus. Kein Wunder: Die verschiedensten Hefte buhlen mit schillernden Titelbildern und reißerischen Schlagzeilen um die Aufmerksamkeit der Leser. Es gibt kaum ein Themengebiet, dem sich nicht ein Heft ausführlich widmen würde.
Streichen von Werbung als Sanktion für Kritik
Journalisten sollten Einflussnahmen offen legen
Von Steffen Kolb
Verlegern vom Kaliber eines Gerd Bucerius begegnet man in der Motorpresse eher selten. Der Gründer der Hamburger Wochenzeitung „Die Zeit“ pochte einst standhaft auf die strikte Trennung zwischen Geschäft und Redaktion, selbst wenn große Konzerne wie der Autohersteller VW ihm die Anzeigen strichen.
Propaganda für den gehobenen Geschmack
Wie die Nazis die Modeberichterstattung missbrauchten
Von Julia Bertschik
Nationalsozialistische Kriegspropaganda fand im Zweiten Weltkrieg nicht nur in Wochenschauen, Radiosendungen oder politischen Leitartikeln und Filmen statt. Sie findet sich selbst auf dem „Nebenkriegsschauplatz“ des Feuilletons und der Modeberichterstattung.
Zwischen Boulevard und Verbraucherjournalismus
Zum Stellenwert von Mode im deutschen Fernsehen
Von Katinka Omir
Mode ist ein nonverbales Statement. Sie sagt aus, wer wir sind oder sein wollen. Provoziert Sympathie, Antipathie oder Bewunderung. Auch wer sich unmodisch gibt, transportiert damit eine Aussage. Es ist also längst hinfällig, Mode nur als etwas unumgänglich Nützliches zu betrachten. Mode, das ist nach der Definition des Duden die „dem herrschenden Zeitgeschmack entsprechende oder ihn bestimmende Kleidung“. Sie ist damit ein Kulturgut, ein Spiegel unserer Zeit. In Deutschland werden im Jahr etwa 56 Milliarden Euro für Kleidung, also für Mode, ausgegeben. Um die 20 Modezeitschriften publizieren monatlich neue Trends und Szeneberichte. Da drängt sich die Frage auf, warum die Mode keinen exponierten Platz im Fernsehjournalismus findet.
Kaum Spielraum für Eigeninitiative
dpa-Journalisten in Brüssel stehen vor vielen Barrieren
Von Torsten Schäfer
„If we go away, they don’t exist.“ Diesen Satz warf eine Reuters-Korrespondentin wütend ihren Brüsseler Agenturkollegen entgegen. Mehr als eine Stunde hatten sie vor dem EU-Ministerratsgebäude vergeblich auf die europäischen Agrarminister gewartet – in der Hoffnung, vor Beginn der Sitzung noch ein Statement einzufangen. Der spontane Ausbruch der Korrespondentin weist auf die herausragende Stellung hin, die Nachrichtenagenturen im Mediensystem zukommt: Agenturen setzen die Agenda, indem sie an vorderster Stelle Informationen sammeln und anderen Medien bereitstellen. Nachrichten, die sie auswählen, prägen unser Verständnis vom Weltgeschehen.

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