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Berichterstatter im Blick: Medienjournalismus

15. Oktober 2006

Quadratur des Kreises

Editorial

Vorn Horst Pöttker

poettker_web1.jpgJournalismus ist an sich schon ein Ding der Unmöglichkeit. Das Individuum braucht ihn, um Neuigkeiten zu erfahren. Die Psyche des Menschen ist aber so beschaffen, dass er am liebsten von Dingen liest oder hört, die er schon kennt und glaubt, um mit sich selbst in Einklang zu bleiben. Alle journalistischen Arbeitstechniken sind dazu da, die­se Barriere zu überwinden. Hier und da ist dieses Bemühen erfolgreich. Im Großen und Ganzen scheitert es aber an der menschlichen Natur.

15. Oktober 2006

Es begann mit der Geburt der Massenpresse

Entwicklung und Wandel des Medienjournalismus

Von Dieter Roß

Wie alles hat auch der Medienjournalismus eine Geschichte. Zwar setzte sich die Bezeichnung erst in den 1960er Jahren durch – zu jener Zeit, als die Berichterstattung und die Kritik über die Medien­entwicklung angesichts des Siegeszugs zumal des Fernsehens zu einem Themen- und Problemfeld wurde, das die Aufmerksamkeit sowohl der schreibenden Journalisten als auch ihres Publikums auf sich zog. Fach-Pressedienste wurden erfolgreich, die Professionalisierung der Autoren begann, schließlich setzten sich eine spezielle Ressortbildung und separate Medienseiten langsam, aber stetig durch: Der „Medienjournalismus“ im Wortsinn war geboren. – Diese späte Geburt des Begriffs darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die publizistische und journalistische Beschäftigung mit technisierter Kommunikation mehr als ein Jahrhundert früher begann, als mit der gedruckten Presse das erste Massenmedium auf den Plan trat.

15. Oktober 2006

Die Kulturrevolution lässt weiter auf sich warten

Warum Selbstkritik bei vielen Medien kaum möglich ist

Von Stephan Weichert

„Kulturrevolution bei ‚Bild’“ – das vermeldete „Spiegel Online“ Mitte Juli, als Europas größte Tageszeitung öffentlich bekannt gab, ab sofort eine Korrekturspalte im Blatt zu führen. „‚Bild’ ist eine große und schnelle Zeitung“, ließ Chefredakteur und Herausgeber Kai Diekmann über eine Pressemitteilung des Axel Springer Verlagshauses ausrichten, „und wo Menschen arbeiten, passieren auch Fehler“. Die wolle man künftig schnell und unkompliziert in einer gesonderten Spalte berichtigen.

15. Oktober 2006

USA – Musterland des Medienjournalismus?

Ein Rundflug — und eine Spurensuche

Von Susanne Fengler

Wenn über die Defizite des deutschen Medienjournalismus geklagt wird, sind Beobachter rasch mit dem Vorbild USA bei der Hand: Spätestens seitdem führende amerikanische Medien einige Zeit nach Beginn der Irak-Invasion 2003 öffentlich eingestanden, der Kriegspropaganda des Weißen Hauses auf den Leim gegangen zu sein, gelten die Vereinigten Staaten auch bei uns als Musterland der Medienkritik. Was macht die USA zum Land der (beinahe) unbegrenzten Möglichkeiten in Sachen Medienjournalismus? Ein Rundflug – und eine Spurensuche.

15. Oktober 2006

Rettung verpasst

Horst Pöttker über Erfolg und Untergang der eingestellten Fachzeitschrift „medium“. Ein Interview.

15. Oktober 2006

Vom TV-Magazinfilm zum Fünf-Minuten-Kino

Was Fernsehjournalisten von Hollywood lernen können

Von Rebecca Gudisch

Foto: 20th Century Fox„Ein Fernsehjournalist ist nun einmal kein ‚Titanic‘-Regisseur.“ In diesem Punkt gibt wohl jeder Journalist dem Kameramann Peter Kerstan Recht, vor allem, wenn es um hintergründige Berichterstattung in Wirtschafts- oder Politikmagazinen geht. Fünf-Minuten-Filme über Steuerreform, Schmiergeldaffären und Währungsunion – das hört sich tatsächlich nicht gerade nach Hollywood an.