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Journalismus in Europa

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9. Oktober 2008

Falsch dosiert

Warum extreme Fotoformate ihre Wirkung verfehlen

Von Michael Schulte

Die Dosierung macht’s: Dieser medizinische Leitsatz gilt offenbar auch für die Bildwahrnehmung. Extreme Fotoformate in einer regionalen Tageszeitung sorgen nur bedingt für mehr Aufmerksamkeit beim Leser. Und die Bildgröße ist keine Garantie, dass der Leser sich an den Fotoinhalt erinnert. Das zeigen die Ergebnisse einer neuen Eyetracking-Studie mit jugendlichen Testpersonen. Im täglichen Kampf um das wertvollste Gut der Mediengesellschaft – die Aufmerksamkeit des Rezipienten – greifen Zeitungsredaktionen bei der Bebilderung mitunter zu radikalen Mitteln. Nicht selten nehmen Fotos deutlich mehr als die Hälfte einer kompletten Seite ein. Dabei ist das fast blatthohe Foto des argentinischen Profi-Golfers Andrés Romero auf sechs von sieben Spalten im internationalen Sportteil der „Sylter Rundschau“ nur ein Beispiel unter vielen. Solche Extremformate mögen nach Ansicht von Redakteuren und Blattmachern eine starke Anziehungskraft auf den Leser ausüben. Ebenso könnten diese besonders großen Bilder jedoch das Gegenteil bewirken, weil der Rezipient sie möglicherweise als störend oder aufdringlich empfindet.

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