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Online first! Wohin treibt der Internet-Journalismus?

15. April 2007

Von Traditionalisten und Technikfreaks

Editorial

Vorn Horst Pöttker

poettker_web1.jpgWirft man einen Blick zurück in die Steinzeit des Online-Journalismus, wie es sein Pionier Uly Foerster nicht ohne Genugtuung macht, dann entlarvt das typische Irrtümer der ewig Gestrigen, der Traditionalisten, die es trotz der professionellen Pflicht zur Aktualität natürlich auch im Journalismus gibt. Selbst beim „Spiegel“, wo sich der weitsichtige und innovationsfreudige Fried von Bismarck, heute Sprecher des Deutschen Presserats, zum Experiment mit dem neuen Medium entschloss, blickte man auf das World Wide Web anfangs als eine Art Spielwiese pubertierender Studenten hinab. Für neue Staubsauger, so erfahrene Redakteure damals, werde schließlich auch kein neues Ressort eingerichtet. Es ist noch kein Jahrzehnt her, da war es Journalisten bei deutschen Regionalzeitungen nicht gestattet, online zu recherchieren, weil ihre Bosse die Vorstellung hatten, jede Minute solchen Tuns verursache Netzbenutzungsgebühren wie das Telefonieren nach Amerika. So weit zur Innovationsfreude der deutschen Medienelite.

15. April 2007

Web 0.2: Die Anfänge des Online-Journalismus

Wie der „Spiegel“ 1993 und 1994 ins Netz startete

Von Uly Foerster

Foto: Dave Johnston/flickr.com1993 und 1994 startete der „Spiegel“ ins Netz. Uly Foerster, Mitbegründer von „Spiegel Online“, blickt für das „Journalistik Journal“ keinesfalls wehmütig auf die Anfänge des Online-Journalismus und der Online-Werbung in Deutschland zurück. Und rückt ein paar Legenden zurecht.

1993. Die Handys sind groß wie Ziegel und wissen noch nicht, was eine SMS ist. Das Internet wuchert in einem Teil namens World Wide Web ungewohnt bunt vor sich hin, nur wenige Eingeweihte können es beobachten. Eine Suchmaschine wie Google, die durch die Stacheldrahtverhaue komplizierter URLs führen würde, existiert nicht. ISDN-Anschlüsse sind kaum verbreitet, von DSL ganz zu schweigen.

Wir befinden uns in der Steinzeit des Web, Modems mit der sagenhaften Datenübertragung von 9600 Baud (Signaländerungen, nicht Bit pro Sekunde) sind die ausgereiftesten Faustkeile, mit denen die Bewohner einer archaischen Multimediawelt auf die Jagd nach den Verheißungen des Informationszeitalters gehen können.

15. April 2007

Eine permanente Revolution

Zum Berufsfeld des Online-Journalisten

Von Lorenz Lorenz-Meyer

Foto: Hochschule DarmstadtIn den ersten zehn Jahren seiner Existenz litt der Online-Journalismus unter einer weit auseinander klaffenden Schere zwischen den glühenden Verheißungen, mit denen visionäre Medientheoretiker dieses neue Arbeitsfeld aus der Taufe hoben, und den erstickenden Beschränkungen, denen die Praktiker in der harten Wirklichkeit des Medienmarktes ausgesetzt waren.

15. April 2007

Das Internet als Drehscheibe

Crossmediales Arbeiten in der Newsdesk-Redaktion

Von Klaus Meier

Foto: David Sim/flickr.com„Missglückter Medikamententest – sechs Männer auf Intensivstation“ – die Meldung aus dem Nachrichten-Ticker elektrisiert die Redakteure am Newsdesk einer regionalen Tageszeitung. Vor ein paar Tagen haben sie noch eine Erfolgsstory über das Biotechnologie-Unternehmen in ihrer Stadt veröffentlicht. Nun ist ein neues Medikament dieses Unternehmens für das multiple Organversagen von Probanden verantwortlich.

15. April 2007

Kopfjäger im Internet oder publizistische Avantgarde?

Zu den Wechselwirkungen von Weblogs und Journalismus

Von Matthias Armborst

„The freedom of the press is limited to those who own one“, lautet ein in den USA berühmter Aphorismus des Journalisten A. J. Liebling. Seine Feststellung, nach der mediale Reichweite vom Einsatz beträchtlicher finanzieller Mittel abhängt, ist seit kurzem nicht mehr allgemeingültig: Mit der einsetzenden Verbreitung von Weblogs, die häufig – und fälschlicherweise – als „Internet-Tagebücher“ bezeichnet werden, hat der Zugang zur Medienöffentlichkeit seine Exklusivität verloren.

15. April 2007

„Free Africa“ – und was ist mit der Presse?

Kritische Journalisten haben es in Südafrika schwer

Von Sonja Kretzschmar

„50 Morde jeden Tag in Südafrika – und Johannesburg ist die Hauptstadt des Verbrechens weltweit.“ Da war es wieder, das hässliche Bild von Südafrika – ausgestrahlt in einer Dokumentation auf BBC World am Abend des 7. Februar 2007.

15. April 2007

Reformiert das Pressekartellrecht!

Die rot-grünen Novellierungspläne waren besser als ihr Ruf

Von Frank Lobigs

Foto: BundeskartellamtDie Finanzierungsquellen der Tageszeitungen erodieren. Durch gemäßigte Lockerungen des Pressekartellrechts könnte man dem publizistisch unersetzlichen Zeitungsjournalismus in schlechteren Zeiten den Rücken stärken. Die gescheiterten Reformpläne der rot-grünen Schröder-Regierung waren darum besser als ihr Ruf. Die Große Koalition sollte auf diesen Plänen aufbauen.