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Journalismus und Wirtschaft

31. März 2009

Ökonomisierung des Journalismus?

Editorial

Von Horst Pöttker

Heute wird viel über die Ökonomisierung des Journalismus geklagt. Angeblich sei der Beruf in die Fänge von global operierenden Medienkonzernen geraten, die mit ihren Produkten nichts als Profit machen wollten, während Journalismus – so wird vorausgesetzt – früher in erster Linie wegen des demokratischen Nutzens von öffentlicher Information betrieben worden sei. Historisch Inter­essierte fragen sich allerdings, wann dieser ideale Gipfelpunkt gewesen sein soll, von dem die Aufklärung in die Niederungen des bloßen Geschäfts abgleitet. Bei näherer Betrachtung stellt sich nämlich heraus, dass auch Journalisten – nicht anders als Wissenschaftler, Künstler oder Sportler – ihrem Handeln stets auch ein rationales Kalkül zu Grunde legen, um ihren persönlichen Nutzen bei möglichst geringen Kosten zu mehren. Ökonomie ist zwar nicht alles, wie manche Ökonomen meinen, aber Ökonomie ist überall dabei.

31. März 2009

Der Journalist als Homo oeconomicus

Ökonomik als Perspektive für die Journalismusforschung

Von Susanne Fengler

Nicht nur Kaufleute und Banker sollten rechnen können. Auch Politiker und Wähler müssen Gewinne und Verluste einer Handlung möglichst schon im Vorhinein abschätzen. Gleiches gilt für Ehepartner, Literaten und Kriminelle, Ärzte, Geistliche und – Journalisten: Weil eben nicht nur „materielle“ Dinge wie Geld, Dienstleistungen, Immobilien und andere Ressourcen der „Stoff“ sind, mit dem rationale Akteure Handel treiben, sondern sich auch „Immaterielles“ wie z.B. Information gegen Aufmerksamkeit tauschen lässt. Können wir also auch den Journalisten als Homo oeconomicus beschreiben? Heute arbeiten Forscher in so unterschiedlichen wissenschaftlichen Bereichen wie der Religion, der Kunst oder dem Gesundheitswesen mit modernen Theorien rationalen Handelns – und gewinnen auf diese Weise aufschlussreiche Perspektiven auf ihr Forschungsfeld. In diesem Beitrag sollen die Konturen für eine ökonomische Theorie des Journalismus umrissen werden.

31. März 2009

Journalismus in Zeiten der Wirtschaftskrise

Neun Thesen zum Strukturwandel der Medien

Von Klaus Meier

Wer sich zurzeit durch die unzähligen Meldungen, Analysen und Kommentare zur Lage der Medien und des Journalismus fräst, bleibt erschöpft und ratlos zurück. Die Krise ist nicht einfach zu deuten, wenn man nur auf die aktuellen Ereignisse starrt wie das Kaninchen auf die Schlange. Die kurzfristigen Aktivitäten und Trends in der Medienbranche sind gegenläufig und widersprechen sich. In den USA scheint die Analyse leichter: Die Trends sind im Mutterland der Massenpresse eindeutig.

31. März 2009

Mit Qualität aus der Krise?

Was die Zeitungen ihren Lesern bieten müssen

Von Klaus Arnold

Sparen, schließen, streichen: So reagierten die Zeitungsverlage auf die Wirtschaftskrise am Anfang des Jahrzehnts und so reagieren sie auf die heraufziehende Wirtschaftskrise am Ende des Jahrzehnts. Bei der „Süddeutschen“ und der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ werden Sparpakete geschnürt. Regionalblätter wie die „Passauer Neue Presse“ oder die „Münchner Abendzeitung“ bauen Stellen ab. Und bei den Titeln der WAZ-Gruppe im Ruhrgebiet werden rund ein Drittel aller Redakteure Opfer von Redaktionsschließungen und -zusammenlegungen. Wie wollen die Zeitungen mit derart ausgedünnten Belegschaften weiterhin Qualitätsjournalismus produzieren und ihren Lesern etwas bieten, was sie nicht im Rundfunk oder im Internet schneller und kostenlos bekommen können?

31. März 2009

Von Informationsnotdurft und Kommunikationsmacht

Die prekäre Situation von Immobilienjournalisten

Von Nikolaus Jackob, Thomas Zerback & Jenny Arens

Die Beziehung zwischen Pressejournalismus und Wirtschaft ist eine problematische, für den Journalismus bisweilen auch eine prekäre. Auf der einen Seite müssen Journalisten ihren Nimbus als unabhängige, kritische Instanz wahren, neutral bleiben und – im besten Fall – qualitativ hochwertige Berichterstattung über wichtige aktuelle Themen zustande bringen. Auf der anderen Seite sind Journalisten in mindestens zwei Bereichen abhängig von Wirtschaftsakteuren: Zum einen ist die Presse auf Werbung und Anzeigen aus der Wirtschaft angewiesen, weil sie sich nicht allein über den Verkauf ihrer Druckwerke finanzieren kann. Zum anderen hat die Presse ein vitales Interesse an hochwertigen Informationen aus der Wirtschaft – und an möglichst exklusiven obendrein.

31. März 2009

Selbständigkeit? Für Journalisten ein Thema!

Einige Grundregeln für den Weg in die Freiberuflichkeit

Von Maria Kräuter

Wer heute das Berufsziel „Journalist/Journalistin“ angibt, der verbindet damit nicht selten hohe ethische und persönliche Ideale, die er mit dieser Tätigkeit verwirklichen möchte. Journalist zu sein ist für viele nicht einfach nur ein Broterwerb, sondern auch eine Art Berufung. Umso ernüchternder ist deshalb für viele die tatsächliche Arbeitsrealität. Wer etwa auf eine sichere Festanstellung bei einer renommierten überregionalen Zeitung hofft, der stellt bald fest, dass die Konkurrenz groß und das Angebot an freien Arbeitsplätzen gering ist beziehungsweise sinkt.

31. März 2009

„So wörtlich wie möglich, so frei wie nötig“

Zum Umgang mit fremdsprachigen O-Tönen im Radio

Von Robert Rymes

Der fremdsprachige O-Ton fris­tet in Hörfunksendungen meis­tens ein Dasein im Schatten der deutschen Übersetzung. In der aktuellen Berichterstattung erfüllt er in der Regel nur eine Belegfunktion und auch in vielen Features dominiert die unsensible Montagetechnik des Voice-Overs. Hierbei liegt die Übersetzung über dem heruntergepegelten O-Ton und „quatscht“ ihn zu. Doch im Feature, das Themen „zum Klingen“ bringen soll, erscheint es angebracht, die nicht-sprachlichen Informationen, den klanglichen und emotionalen Aspekt der Stimme, aber auch den musikalischen Reiz einer unbekannten Sprache zur Geltung kommen lassen. Man könnte vermuten: Gerade weil der Hörer auf die unverständlichen sprachlichen Informationen nicht achten muss, kann er seine Aufmerksamkeit voll und ganz auf die sprecherischen Aspekte richten.

31. März 2009

Zwischen Konvergenz und Kernkompetenz

Dortmunder Newsdesk-Konzept setzt neue Maßstäbe

Von Vanessa Giese & Michael Schulte

Die Zukunft des Journalismus ist crossmedial: Das Dortmunder Institut für Journalistik (IfJ) entwickelt den ersten Newsdesk, der die Medienkanäle Online, Print, Radio und Fernsehen bespielt. Das Crossmedia-Konzept setzt neue Maßstäbe in der akademischen Journalistenausbildung.