Suchen

Aktuelle Einträge

Ausgaben

Rubriken

Journalismus in Deutschland

Pages: Prev 1 2 3 4 Next
9. Oktober 2008

Falsch dosiert

Warum extreme Fotoformate ihre Wirkung verfehlen

Von Michael Schulte

Die Dosierung macht’s: Dieser medizinische Leitsatz gilt offenbar auch für die Bildwahrnehmung. Extreme Fotoformate in einer regionalen Tageszeitung sorgen nur bedingt für mehr Aufmerksamkeit beim Leser. Und die Bildgröße ist keine Garantie, dass der Leser sich an den Fotoinhalt erinnert. Das zeigen die Ergebnisse einer neuen Eyetracking-Studie mit jugendlichen Testpersonen. Im täglichen Kampf um das wertvollste Gut der Mediengesellschaft – die Aufmerksamkeit des Rezipienten – greifen Zeitungsredaktionen bei der Bebilderung mitunter zu radikalen Mitteln. Nicht selten nehmen Fotos deutlich mehr als die Hälfte einer kompletten Seite ein. Dabei ist das fast blatthohe Foto des argentinischen Profi-Golfers Andrés Romero auf sechs von sieben Spalten im internationalen Sportteil der „Sylter Rundschau“ nur ein Beispiel unter vielen. Solche Extremformate mögen nach Ansicht von Redakteuren und Blattmachern eine starke Anziehungskraft auf den Leser ausüben. Ebenso könnten diese besonders großen Bilder jedoch das Gegenteil bewirken, weil der Rezipient sie möglicherweise als störend oder aufdringlich empfindet.

31. März 2008

Die Persönlichkeit der Zeitungsleser

Neue Erkenntnisse zur Mediennutzung von Jugendlichen

Von Karola Graf-Szczuka

graf-szczuka.jpg Web’n’Walk, Instant Messenger, Video on Demand – angesichts der unzähligen technischen Möglichkeiten, die einen schnellen und flexiblen Informationszugriff erlauben, erscheint die Zeitung wie ein Relikt aus alten Tagen. Auf die befürchteten Leserverluste haben die Zeitungsmacher daher längst reagiert: farbige Bebilderung, Tab­loid-Formate und zahlreiche Angebote speziell für die junge Zielgruppe sollen neue Leser locken und Stammleser binden (vgl. u. a. die „Frankfurter Rundschau“).

31. März 2008

Eher unbekannt als anerkannt

Empirische Studie zum Einfluss des Deutschen Presserats

Von Ingo Fischer

fischer.jpg Wie bekannt und einflussreich der Deutsche Presserat ist, darüber konnte bislang nur spekuliert werden – empirische Untersuchungen fehlten. Im Rahmen der Dortmunder Diplomarbeit „Hüter der Moral – Warum Journalisten den Pressekodex nicht kennen, aber ein Berufs­ethos brauchen“ wurden nun erstmals Journalisten darüber befragt, was ihnen der Presserat und der von ihm aufgestellte Pressekodex bedeuten. Die Probanden gaben auch an, was sie von einer publizistischen Selbstkontrolle erwarten. Die Ergebnisse der Studie dürften die Bonner Medienwächter alarmieren.

28. September 2007

Das Caroline-Urteil setzt sich durch

Der BGH folgt dem EGMR

Von Udo Branahl

In seinem „Caroline“-Urteil hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) vor drei Jahren entschieden, die deutsche Rechtsprechung schütze das Privatleben von Prominenten nicht ausreichend. Dabei ging es um die Frage, ob die Medien Fotos verbreiten dürfen, die Prominente bei privaten Beschäftigungen in der Öffentlichkeit zeigen, etwa beim Stadtbummel, Skifahren oder Einkaufen.

15. April 2007

Reformiert das Pressekartellrecht!

Die rot-grünen Novellierungspläne waren besser als ihr Ruf

Von Frank Lobigs

Foto: BundeskartellamtDie Finanzierungsquellen der Tageszeitungen erodieren. Durch gemäßigte Lockerungen des Pressekartellrechts könnte man dem publizistisch unersetzlichen Zeitungsjournalismus in schlechteren Zeiten den Rücken stärken. Die gescheiterten Reformpläne der rot-grünen Schröder-Regierung waren darum besser als ihr Ruf. Die Große Koalition sollte auf diesen Plänen aufbauen.

15. Oktober 2006

Vom TV-Magazinfilm zum Fünf-Minuten-Kino

Was Fernsehjournalisten von Hollywood lernen können

Von Rebecca Gudisch

Foto: 20th Century Fox„Ein Fernsehjournalist ist nun einmal kein ‚Titanic‘-Regisseur.“ In diesem Punkt gibt wohl jeder Journalist dem Kameramann Peter Kerstan Recht, vor allem, wenn es um hintergründige Berichterstattung in Wirtschafts- oder Politikmagazinen geht. Fünf-Minuten-Filme über Steuerreform, Schmiergeldaffären und Währungsunion – das hört sich tatsächlich nicht gerade nach Hollywood an.

15. Oktober 2005

„Volo werden“ — eine Bestandsaufnahme

Zur beruflichen Sozialisation von jungen Journalisten

Von Annika Lante

Die Regeln des Handwerks beherrscht jeder Berufseinsteiger schon vor seinem ersten Tag im Volontariat: Das Wichtigste zuerst, alle W-Fragen beantworten und eine knackige Überschrift finden. Doch was macht dann das Volontariat aus?

15. Oktober 2004

Rätsel und Gewinnspiele verlängern die Werbezeiten

Zur Refinanzierung teurer Rechte

Von Thorsten Schauerte

Foto: Wilfried Witters/Sat.1Aufgrund der strukturellen Veränderungen des Mediensystems und der gestiegenen wirtschaftlichen Bedeutung des gesamten Sportsektors haben sich die Erscheinungsformen des Sportjournalismus und die Anforderungen an ihn in den letzten Jahren gewandelt. In der mittlerweile fast ausschließlich ökonomisierten Medienlandschaft und in der zunehmend mediatisierten Sportlandschaft ist eine Symbiose aus Medien, Sport und werbetreibender Wirtschaft entstanden, deren gemeinsame Handlungsintention auf eine breite Publizität ihrer selbst zielt. Dadurch hat die Sportberichterstattung, wie kaum ein anderes Genre, in ihrer Leistungserbringung einen Spagat zwischen publizistischem Auftrag und wirtschaftlichen Interessen zu bewältigen.

15. April 2004

Die Kunst der Verführung

Reportage: Welcher Einstieg reizt zum Weiterlesen?

Von Dorothee Krings

Auf der sechsten Avenue läuft eine junge Frau im cremefarbenen Kostüm zur U-Bahn, spricht über den Verkehrslärm in ihr Handy. Ein Reportagebeginn aus der Süddeutschen Zeitung. Der Leser wird ohne Umschweife in eine Szene versetzt, folgt dem Autor direkt an den Ort des Geschehens. Glaubt man der Fachliteratur, ist ein solcher szenischer Einstieg die beste Variante, eine Reportage zu beginnen. Bei einer Befragung von 150 Probelesern, denen authentische Einstiegssätze zur Bewertung vorgelegt wurden, schneidet aber gerade dieser Satz besonders schlecht ab. Reizt nur wenig zum Weiterlesen, lautet das Urteil der Befragten.

15. April 2003

Personalisierung und Skandalisierung

Wirtschaft: Vom Nutzen der Politikberichterstattung

Von Jürgen Heinrich

Triebfeder des menschlichen Handelns ist der persönliche Nutzen des Einzelnen – das ist jedenfalls die Grundüberzeugung der Ökonomie. Entsprechend ist auch die Rezeption der von den Massenmedien verbreiteten Informationen nutzengeleitet: Der persönliche Nutzen der Rezeption ist der individuelle Informations- und/oder Unterhaltungsnutzen, etwa der Nutzwert von Verbraucherinformationen in der Wirtschaftsberichterstattung oder der Nutzwert der Unterhaltung durch die Berichterstattung über die Kanzlergattin in der Boulevardpresse. Was aber ist der Nutzen der Politikberichterstattung?

Pages: Prev 1 2 3 4 Next