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29. März 2011

Zwischen den Weltkriegen

Zum Wandel des Pressejournalismus im Nationalsozialismus

Von Gabriele Toepser-Ziegert

Die Presselandschaft der Weimarer Republik war geprägt durch die Auswirkungen des Ersten Weltkriegs. 1914 wurde auf Drängen der damaligen Obersten Heeresleitung (OHL) eine zentrale Pressekonferenz eingerichtet, die sicherstellte, dass die Pressevertreter einheitliche, also gleichlautende Informationen bekamen. In den Jahren zuvor hatte sich jeder Journalist seine Informationsquellen in den einzelnen staatlichen Stellen gesichert, die für ihn von Bedeutung waren. So konnten Unterschiede in der Informations- und Interessensituation der ministeriellen Öffentlichkeitsarbeiter ausgenutzt werden. Je nach politischer Ausrichtung konnten die Zeitungen ein deutlich geschärftes Profil für ihre Leserschaft entwickeln und somit den Wettbewerb verstärken.

29. März 2011

Im Schatten von Joseph Goebbels

Otto Dietrich war einer der ranghöchsten Vertreter im Propagandaministerium

Von Stefan Krings

Otto Dietrich war „Reichspressechef der NSDAP“, SS-Obergruppenführer und als „Pressechef der Reichsregierung“ einer der ranghöchsten Vertreter des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda. Mehr als 13 Jahre gehörte er zum engsten Stab Adolf Hitlers. In der kommunikationshistorischen Forschung blieben seine Person und sein Status im NS-Machtapparat allerdings jahrzehntelang von der Überpräsenz des Propagandaministers Goebbels überschattet. Was steckte hinter Dietrichs Ämtern und seiner Nähe zum „Führer“? Wie groß war sein Einfluss tatsächlich?

29. März 2011

Derricks Erfinder fesselte schon die Hitlerjugend

Die große Frage nach der Mitschuld am Hitler-Regime hat sich Herbert Reinecker nie stellen lassen

Von Christina Kiesewetter

Es wird Herbert Reineckers letzter Artikel als SS-Kriegsberichter sein. In seiner Autobiografie erinnert sich der Derrick-Autor 1990 an die Aufmachung „Völker, höret die Signale…!“ im SS-Blatt „Das Schwarze Korps“ vom 5. April 1945: „Ich weiß heute nicht mehr den genauen Wortlaut, aber es stand darin, daß der Krieg verloren sei (…) Goebbels reagierte mit äußerster Schärfe: Wer hat den Artikel geschrieben, der Verfasser muß zur Verantwortung gezogen werden.“ Es ist eine der seltenen Stellen, an denen Reinecker in seiner sehr vage gehaltenen Biografie auf Details seiner Karriere im Nationalsozialismus eingeht. Wohl deshalb, weil diese Anekdote ihn nicht als überzeugten Schreibtischtäter, sondern als distanzierten Journalisten erscheinen lässt.

29. März 2011

Produkte der Krise

Warum die Auseinandersetzung mit der Publizistik des Exils höchst aktuell ist – eine Verteidigungsrede

Von Gaby Falböck

Die Exilforschung hat ihr konjunkturelles Hoch längst überschritten. Repliziert man heute auf die Frage nach den wissenschaftlichen Arbeitsgebieten mit dem Hinweis auf den Journalismus des Exils, erntet man entweder Desinteresse oder Unverständnis: Die Felder sind längst bestellt, die biografischen Studien und Monografien zu den prominenten Emigranten und deren Werk geschrieben, die Nachlässe scheinen gehoben, die Zahl der lebenden Zeitzeugen schwindet. Also: Cui bono Exilforschung?

7. Oktober 2010

Lob der Fremdkontrolle

Zu einem Tabu des Diskurses über Medienkontrolle

Von Horst Pöttker

Im Selbstverständnis deutscher Medienräte nimmt das Wort Selbstkontrolle eine zentrale Stellung ein, während das Wort Fremdkontrolle in den einschlägigen Texten kaum vorkommt (vgl. Avenarius 2005; Desgranges/Wassink 2005; Nickel 2005). Dass das etwas Schlimmes sei, geht nur indirekt aus der Betonung des Selbst hervor. Weil sie unausgesprochen bleibt und deshalb kaum Widerspruch erregt, ist die Annahme, Fremdkontrolle sei etwas Verwerfliches, selbstverständlich geworden. Dazu tragen auch Nebenbedeutungen des Ausdrucks fremd bei.

6. Oktober 2010

Fehler über Fehler

Forschungsprojekt über Präzision und Glaubwürdigkeit im Journalismus fördert überraschende Ergebnisse zu Tage

Von Colin Porlezza, Stephan Ruß-Mohl & Marta Zanichelli

Dass Journalismus schnelllebig und damit anfällig für Fehler ist, dessen sind sich die meisten erfahrenen Medienpraktiker bewusst. Wie häufig sich indes Redaktionen irren und fehlerhafte Berichterstattung in Umlauf setzen, war zumindest in Europa bislang kaum bekannt. Jetzt gibt es für die Schweiz und Italien immerhin erste Zahlen, die aufhorchen lassen. Auch in den USA sind die Forschungsergebnisse, die zu diesem Thema dort seit Jahrzehnten erstellt wurden, vom Umfang her überschaubar. Aber sie überraschen selbst heute noch „alte Füchse“ aus der Medienpraxis.

6. Oktober 2010

Medienselbstkontrolle im Wandel

Brauchen wir einen Presserat für den Online­journalismus – und wenn ja, wie viele?

Von Tobias Eberwein

Der Journalismus erfindet sich im Internet gegenwärtig neu, doch neben unbestrittenen Chancen bringt die onlinebasierte Kommunikation auch viele Fallstricke mit sich. Häufig sind diese ethisch-moralischer Natur. Ein Beispiel: Im März berichtete das WAZ-Portal „DerWesten“ über die Vergewaltigung eines elfjährigen Mädchens, das in der Wohnung seiner Eltern überfallen worden war. Dem handwerklich soliden Text war – wie fast allen Beiträgen des Internet-Portals – eine Webanwendung beigefügt. Mit Hilfe des so genannten „Geotaggings“ konnten die Nutzer des Portals dabei helfen, in einem interaktiven Stadtplan den „Ort des Geschehens“ herauszufinden. Im Kontext des geschilderten Falles sorgte diese prinzipiell spannende Interaktionsmöglichkeit verständlicherweise für Unmut.

6. Oktober 2010

Medienselbstkritik aus Nutzerperspektive

Grundlegende Anmerkungen zu den Möglichkeiten und Fallstricken von Programmbeschwerden in Deutschland

Von Leif Kramp, Jörg-Uwe Nieland & Stephan A. Weichert

Die aktuelle Debatte um die Notwendigkeit und Grenzen des Datenschutzes verweist auf eine Kluft zwischen dem Verhalten der Mediennutzer und den Anforderungen des Verbraucherschutzes und der Medienpolitik. Unsere Alltagserfahrungen sowie die Ausreden der Politik und die Geschäftsmodelle zahlreicher Unternehmen liefern dafür Belege. Die Kommunikationswissenschaft aber hat grundlegender zu fragen nach dem Bedingungs- und Ergänzungsverhältnis zwischen Publikum, institutioneller Medienkritik und der Medienpolitik, denn erst durch die diskursive Thematisierung von Publikumsinteressen kann in der breiten Öffentlichkeit eine ausreichende Resonanz für Medienselbstkontrolle entfaltet werden. Eine solche Resonanz könnte das bestehende System aus Selbst- und Ko-Regulierung ergänzen.

6. Oktober 2010

Eine gewisse Skepsis

Potenziale von Medienblogs zwischen Qualitätssicherung und PR

Von Kristina Wied

Unter der Überschrift „Der neue Ricken ist der alte Ricken“ verweist „Bildblog“ am 11. August 2010 um 13.14 Uhr auf einen Fehler in einem Bericht der „Bild“-Zeitung. Nur knapp zwei Stunden später meldet das Medien-Watchblog weiter: „Bei Bild.de sind Rickens Alter und der Satz über den ‚jüngsten Dortmunder Erstliga-Spieler‘ inzwischen unauffällig korrigiert worden.“ Das öffentliche Anprangern der unpräzisen Berichterstattung war erfolgreich; es hat zu einer raschen Korrektur der Ungenauigkeit geführt.

6. Oktober 2010

Zwischen Ethik und Profit

CSR in Medienunternehmen: ein zentraler Bestandteil gelingender Medienselbstkontrolle

Von Matthias Karmasin

CSR hat Hochkonjunktur. Nicht erst seit der „Finanzkrise“ – aber seitdem wohl besonders intensiv – wird das Verhältnis von Profit und Ethik unter Begriffen wie „corporate social responsibility, corporate citizenship, corporate philanthropy, corporate giving, corporate community involvement, community relations, community affairs, community development, corporate responsibility, global citizenship, and corporate social marketing“ (Kotler/Lee 2005: 2) abgehandelt. Es geht im Kern um eine Antwort auf die grundlegende Frage: „what is business for and what contribution does it make to society“? (Crane et al. 2008: 3f.)

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