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8. Oktober 2009

Was ist wichtig?

Eine Kritik der Nachrichtenauswahl

Von Rita Vock

vockWenn nichts passiert in der Nachrichtenredaktion, ist ein frisches Zitat der Bundeskanzlerin Gold wert – fast unabhängig von seinem Inhalt. Zur Not tut es auch ein Minister oder der Uno-Generalsekretär. Große Namen garantieren große Nachrichten. Groß inszenierte Ereignisse, bei denen gleich mehrere große Namen eine Rolle spielen, werden gern als „Gipfel“ bezeichnet und garantieren dann eine Rundum-Berichterstattung: Vorankündigung, Liveschaltungen, Expertengespräche und Kommentare werden dem Auto-, Bildungs- oder Beschäftigungsgipfel gewidmet – obwohl auch die mitspielenden Journalisten wissen, dass die Ergebnisse entweder schon vorher ausgehandelt oder nur von sehr begrenzter Relevanz sein werden. Die Nachrichtenauswahl richtet sich in solchen Fällen also nicht nach dem Neuigkeitswert oder der Tragweite der Ereignisse, sondern nur nach einer behaupteten Relevanz, die durch das Medieninteresse noch einmal verstärkt wird.

8. Oktober 2009

Eine Minute für den Quellencheck

Recherche kommt im journalistischen Alltag zu kurz

Von Thomas Schnedler

schnedlerIm Mai 2009 erschien eine bemerkenswerte Stellenanzeige. Eine TV-Produktionsfirma suchte „eine/n Rechercheredakteur/in“, um das Team des für Sat.1 produzierten Wissensmagazins „Planetopia“ verstärken. Zu den wichtigsten Aufgaben des Rechercheredakteurs zähle die „Pflege von Pressekontakten“ ebenso wie die „Beschaffung von Footage“, hieß es in der Annonce. Aber ist das Recherche? Zwei Klicks benötigt man nur, um beispielsweise auf der Homepage des Pharmakonzerns Bayer die so genannte „TV-Plattform“ aufzurufen, auf der das von PR-Profis produzierte „Footage“-Material den Fernsehsendern und Produktionsfirmen gratis angeboten wird.

8. Oktober 2009

Auf Themenfang im neuen Netz

Social Networks als journalistische Recherchequelle

Von Tobias Eberwein

eberweinZeig mir deinen „Facebook“-Account und ich sage dir, wer du bist. Nicht nur im alltäglichen Beziehungsmanagement, auch in der journalistischen Recherche werden Social Networks zu einem zunehmend hilfreichen Kommunikationsmittel. Journalisten können Angebote wie „StudiVZ“, „Facebook“ und „Xing“ nutzen, um Themen­ideen, Ansprechpartner und weiterführende Quellen aufzuspüren. Die Informationsbeschaffung im neuen Netz birgt jedoch allerlei Fallstricke – wie verschiedene Praxisbeispiele und erste Forschungsergebnisse zum Thema zeigen.

8. Oktober 2009

Der Königsweg für den Informantenschutz

Wie geht man richtig mit Whistleblowern um?

Von Christiane Schulzki-Haddouti

schulzkiWenn ein Whistleblower brisante Informationen anbietet, muss sich der Journalist zunächst einige selbstkritische Fragen stellen: Bin ich der richtige Ansprechpartner? Was ist das richtige Medium für diese Geschichte? Je brisanter das Thema ist, desto wichtiger ist die redaktionelle Rückendeckung. Abspringende Anzeigenkunden oder Gegendarstellungen könnten angesichts jahrelanger gerichtlicher Auseinandersetzungen noch das kleinere Risiko sein, die ein Verlag bei einer Whistleblower-Geschichte eingehen muss.

8. Oktober 2009

Vom medialen Tabu zum Topthema?

Armut in Journalismus und Massenmedien

Von Christoph Butterwegge

Jahrzehntelang hörte und las man in deutschen Massenmedien selten etwas über die Armut, und wenn, dann meistenteils im Zusammenhang mit spektakulären Ereignissen bzw. tragischen Einzelschicksalen: dem Kältetod eines Obdachlosen, dem Verhungern eines Kleinkindes oder der Gründung einer „Tafel“, wie die Suppenküchen heutzutage beschönigend genannt werden. Armut wurde überwiegend mit Not und Elend in der so genannten Dritten Welt assoziiert oder mit Blick auf die hiesige Wohlstandsgesellschaft als Randerscheinung verharmlost, ja verschleiert und aus der Öffentlichkeit verdrängt.

31. März 2009

Der Journalist als Homo oeconomicus

Ökonomik als Perspektive für die Journalismusforschung

Von Susanne Fengler

Nicht nur Kaufleute und Banker sollten rechnen können. Auch Politiker und Wähler müssen Gewinne und Verluste einer Handlung möglichst schon im Vorhinein abschätzen. Gleiches gilt für Ehepartner, Literaten und Kriminelle, Ärzte, Geistliche und – Journalisten: Weil eben nicht nur „materielle“ Dinge wie Geld, Dienstleistungen, Immobilien und andere Ressourcen der „Stoff“ sind, mit dem rationale Akteure Handel treiben, sondern sich auch „Immaterielles“ wie z.B. Information gegen Aufmerksamkeit tauschen lässt. Können wir also auch den Journalisten als Homo oeconomicus beschreiben? Heute arbeiten Forscher in so unterschiedlichen wissenschaftlichen Bereichen wie der Religion, der Kunst oder dem Gesundheitswesen mit modernen Theorien rationalen Handelns – und gewinnen auf diese Weise aufschlussreiche Perspektiven auf ihr Forschungsfeld. In diesem Beitrag sollen die Konturen für eine ökonomische Theorie des Journalismus umrissen werden.

31. März 2009

Journalismus in Zeiten der Wirtschaftskrise

Neun Thesen zum Strukturwandel der Medien

Von Klaus Meier

Wer sich zurzeit durch die unzähligen Meldungen, Analysen und Kommentare zur Lage der Medien und des Journalismus fräst, bleibt erschöpft und ratlos zurück. Die Krise ist nicht einfach zu deuten, wenn man nur auf die aktuellen Ereignisse starrt wie das Kaninchen auf die Schlange. Die kurzfristigen Aktivitäten und Trends in der Medienbranche sind gegenläufig und widersprechen sich. In den USA scheint die Analyse leichter: Die Trends sind im Mutterland der Massenpresse eindeutig.

31. März 2009

Mit Qualität aus der Krise?

Was die Zeitungen ihren Lesern bieten müssen

Von Klaus Arnold

Sparen, schließen, streichen: So reagierten die Zeitungsverlage auf die Wirtschaftskrise am Anfang des Jahrzehnts und so reagieren sie auf die heraufziehende Wirtschaftskrise am Ende des Jahrzehnts. Bei der „Süddeutschen“ und der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ werden Sparpakete geschnürt. Regionalblätter wie die „Passauer Neue Presse“ oder die „Münchner Abendzeitung“ bauen Stellen ab. Und bei den Titeln der WAZ-Gruppe im Ruhrgebiet werden rund ein Drittel aller Redakteure Opfer von Redaktionsschließungen und -zusammenlegungen. Wie wollen die Zeitungen mit derart ausgedünnten Belegschaften weiterhin Qualitätsjournalismus produzieren und ihren Lesern etwas bieten, was sie nicht im Rundfunk oder im Internet schneller und kostenlos bekommen können?

31. März 2009

Von Informationsnotdurft und Kommunikationsmacht

Die prekäre Situation von Immobilienjournalisten

Von Nikolaus Jackob, Thomas Zerback & Jenny Arens

Die Beziehung zwischen Pressejournalismus und Wirtschaft ist eine problematische, für den Journalismus bisweilen auch eine prekäre. Auf der einen Seite müssen Journalisten ihren Nimbus als unabhängige, kritische Instanz wahren, neutral bleiben und – im besten Fall – qualitativ hochwertige Berichterstattung über wichtige aktuelle Themen zustande bringen. Auf der anderen Seite sind Journalisten in mindestens zwei Bereichen abhängig von Wirtschaftsakteuren: Zum einen ist die Presse auf Werbung und Anzeigen aus der Wirtschaft angewiesen, weil sie sich nicht allein über den Verkauf ihrer Druckwerke finanzieren kann. Zum anderen hat die Presse ein vitales Interesse an hochwertigen Informationen aus der Wirtschaft – und an möglichst exklusiven obendrein.

31. März 2009

Selbständigkeit? Für Journalisten ein Thema!

Einige Grundregeln für den Weg in die Freiberuflichkeit

Von Maria Kräuter

Wer heute das Berufsziel „Journalist/Journalistin“ angibt, der verbindet damit nicht selten hohe ethische und persönliche Ideale, die er mit dieser Tätigkeit verwirklichen möchte. Journalist zu sein ist für viele nicht einfach nur ein Broterwerb, sondern auch eine Art Berufung. Umso ernüchternder ist deshalb für viele die tatsächliche Arbeitsrealität. Wer etwa auf eine sichere Festanstellung bei einer renommierten überregionalen Zeitung hofft, der stellt bald fest, dass die Konkurrenz groß und das Angebot an freien Arbeitsplätzen gering ist beziehungsweise sinkt.

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