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Politik fürs Publikum

15. April 2003

Völlig losgelöst vom Raumschiff Bonn

Veränderte Berichterstattung in der „Berliner Republik“

Von Rainer Jung

Es waren ungewohnte Töne, die kurz nach dem Umzug von politischer Elite und medialem Tross aus der neuen Hauptstadt Berlin drangen. Politiker, und zwar nicht nur Angehörige der wegen ihres Finanzskandals hart bedrängten CDU, schimpften über bis dato unbekannten „Meutejournalismus“, Indiskretionen und Sensationshascherei. Journalisten beklagten ihrerseits Gedrängel und Konkurrenzdruck, vor allem aber die Verschlossenheit der sonst so inszenierungswilligen Politiker.

15. April 2003

Wie saurer Hering und Schwefelsäure

Die Entwicklung politischer Karikaturen

Von Walther Keim

„Der Mensch hat die Gnade, zu stolpern. Und derjenige, der ihn beim Stolpern mit dem Zeichenstift begleitet, ist der Karikaturist.“ (Mirko Szewczuk)

Karikaturen leben von der Provokation, aber auch von der Wahrheit, die in jedem Strich steckt. Sie adeln und tadeln. Sie stellen fest und bloß. Sie verkleiden und entkleiden. Sie bieten Attacken, Denkzettel und Röntgenbilder. Karikaturisten verteilen keine Komplimente. Sie dokumentieren und reflektieren die Gezeiten unseres Lebens mit ihrem oft bitter-salzigen, aber immer aufregenden Geschmack. „Eine geglückte Karikatur“, bemerkt der bekannte englische Zeichner Ronald Searle, „ist eine Mischung aus saurem Hering, Honig, Schlagsahne und einem kräftigen Schuss Schwefelsäure“.

15. April 2003

Politik im kleinen Kreis

Nähe und Distanz im Lokaljournalismus

Von Helmut Burlager

Zwei junge Männer im Jahre 1978. Politiker der eine, soeben als jüngster Abgeordneter in den Landtag eingezogen, zu Hause im Wahlkreis an der Nordsee bereits in der Funktion des Fraktionsvorsitzenden im Kreistag tätig, Ratsherr in seiner Heimatstadt. Er hat seine Karriere noch vor sich. Journalist der andere, soeben das Volontariat beendet, die erste Stelle als Jungredakteur angetreten. Er hat seine Karriere ebenfalls noch vor sich. Beide brauchen, um erfolgreich zu sein, Kontakte. Der eine lädt den anderen zum Skat ein, das Du ist schnell vereinbart, man ist ja noch jung und locker. Man trifft sich fortan regelmäßig zum Kartenspiel bei Bier und Bismarck.

15. April 2003

Personalisierung und Skandalisierung

Wirtschaft: Vom Nutzen der Politikberichterstattung

Von Jürgen Heinrich

Triebfeder des menschlichen Handelns ist der persönliche Nutzen des Einzelnen – das ist jedenfalls die Grundüberzeugung der Ökonomie. Entsprechend ist auch die Rezeption der von den Massenmedien verbreiteten Informationen nutzengeleitet: Der persönliche Nutzen der Rezeption ist der individuelle Informations- und/oder Unterhaltungsnutzen, etwa der Nutzwert von Verbraucherinformationen in der Wirtschaftsberichterstattung oder der Nutzwert der Unterhaltung durch die Berichterstattung über die Kanzlergattin in der Boulevardpresse. Was aber ist der Nutzen der Politikberichterstattung?

15. April 2003

UngeRECHT: „Ich will auch ins Fernsehen!“

Medienrecht: Haben Politiker Anspruch auf Medienpräsenz?

Von Udo Branahl

Vor der Bundestagswahl im September 2002 veranstalteten die öffentlich-rechtlichen Rundfunksender eine gemeinsame Sendung, die als „TV-Duell“ zwischen Bundeskanzler Gerhard Schröder und seinem Herausforderer, dem bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber, in die Fernsehgeschichte eingegangen ist. Die Freie Demokratische Partei Deutschlands (FDP), die ihren Vorsitzenden zum Kanzlerkandidaten ausgerufen hatte, forderte von ARD und ZDF, diesen ebenfalls in die Sendung einzuladen. Nachdem die Anstalten dies verweigert hatten, bemühte sich die FDP, ihre Forderung gerichtlich durchzusetzen.

15. April 2003

Im Vorraum zur Macht

Lexikon: Lobbyismus als demokratisches Instrument

Von Jens Fischer

Das Wort Lobby leitet sich im Stamm vom lateinischen labium ab und bedeutet ursprünglich Vor- oder Wartehalle. Politikwissenschaftlich interessanter ist die begriffliche Anknüpfung an das englische Wort lobby, womit die Wandelhallen im britischen und us-amerikanischen Parlament bezeichnet werden. Aus der zweiten begrifflichen Anbindung ergibt sich eine metaphorische Qualität von Lobbyismus, die sich als politische Tätigkeit im Vorfeld der eigentlichen Sphäre der politischen Entscheidungsfindung charakterisieren lässt.