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Redaktion | 9. Oktober 2008

Call for Papers: Europäische Öffentlichkeit und journalistische Verantwortung

Expertentagung, 26.-28. Februar 2009, Wien

Die gegenwärtige Krise der Europäischen Union hat nicht zuletzt mit einem Mangel an europäischer Öffentlichkeit zu tun. Mehr europäische Öffentlichkeit wäre notwendig, damit die Bürger einen Informationsstand zu europäischen Fragen erreichen, der europafeindlichen Kampagnen widerstehen kann. Und mehr europäische Öffentlichkeit wäre als Kontrollmechanismus notwendig, damit sich in Brüssel nicht zuviel Eigendynamik der europäischen Institutionen entwickelt.

Zu Öffentlichkeit, die diesen Namen verdient, gehört publizistische Selbstkontrolle. Zu europäischer Öffentlichkeit gehört publizistische Selbstkontrolle auf europäischer Ebene. Europäische Öffentlichkeit darf sich dabei nicht auf die 27 Mitglieder der EU beschränken, sondern meint ganz Europa im geographischen und kulturellen Sinne.

Um die damit zusammenhängenden Fragen unter Wissenschaftlern und Medienpraktikern zu diskutieren, veranstaltet das Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft der Universität Wien vom 26. bis 28. Februar 2009 die Tagung „Europäische Öffentlichkeit und journalistische Verantwortung“.

Braucht Europa trans- oder supranationale Selbstkontrolleinrichtungen für den Journalismus? Die Presseräte einiger Länder betrachten eine solche Einrichtung bislang als überflüssig, da sich alle berufsethischen Konflikte des Journalismus auf nationaler Ebene lösen ließen. Der frühere OSZE-Beauftragte für die Freiheit der Medien, Freimut Duve, hat allerdings bereits 2004 über einen Europäischen Presserat nachgedacht, dessen Aufgabe es sei, Journalisten an ihre Verantwortung bei der Berichterstattung über zwischenstaatliche und ethnische Konflikte zu erinnern.

Daneben gibt es für die Einführung publizistischer Selbstkontrolle auf europäischer Ebene weitere Argumente, die auf der Tagung geprüft werden sollen.

Diese Argumente sollen in drei thematischen Blöcken geprüft werden. Am Anfang steht die Frage, was unter europäischer Öffentlichkeit zu verstehen und wie sie auszugestalten ist. Das zweite Panel ist der Realität der journalistischen Selbstkontrolle in verschiedenen europäischen Ländern gewidmet. Im dritten Teil werden zukunftsweisende Vorstellungen und Modelle für journalistische Selbstkontrolle auf europäischer Ebene entwickelt.

Die Konferenz versammelt europäische Experten aus Kommunikationswissenschaft, Medienethik und Medienpraxis. Das Organisationsteam lädt zu 10- bis 20-minütigen Referaten ein, die sich auf eines der thematischen Panels

  1. Europäische Öffentlichkeit – Begriff und Realität
  2. Selbstkontrolle in den journalistischen Kulturen Europas – Bestandsaufnahme und Vergleich
  3. Journalistische Selbstkontrolle als Bestandteil des Kommunikationsraums Europa beziehen.

Einreichungen werden in einer der beiden Konferenzsprachen Deutsch oder Englisch erbeten. Die Extended Abstracts zu den Themenvorschlägen sollen den Umfang von 250 Wörtern nicht übersteigen und explizit auf eines der Panels bezogen werden. Die Papers sollen den/die Namen des/der Beteiligten, die institutionelle Anbindung, Kontaktdaten sowie eine Kurzvvita des/der Beiträger(s) enthalten.

Bitte senden Sie Ihr Paper bis 31. Oktober 2008 als Doc-Dokument an christian.schwarzenegger@univie.ac.at

Die Information über die Annahme der Papiere erfolgt bis 1. Dezember 2008. Für qualifizierte angenommene Beiträge, die wegen begrenzter Zeitressourcen auf der Tagung nicht präsentiert werden können, steht eine spätere Buchpublikation aller Beiträge in Aussicht.

Prof. Dr. Horst Pöttker
Mag. Christian Schwarzenegger


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